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28.08.2018

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Zunehmende außenwirtschaftliche Verunsicherung

Binnenkonjunktur vor allem für den Mittelstand bedeutsam!

Wer die wirtschaftliche Entwicklung und ihre begleitende Rhetorik verfolgt, könnte fast den Eindruck gewinnen, Wirtschaft spiele sich lediglich auf Exportmärkten ab, um die gerungen werden müsse, weshalb auch die Wettbewerbsfähigkeit das ökonomisch allein seligmachende Kriterium darstellt. Die Binnenkonjunktur schien zur vernachlässigbaren Größe degradiert. Man sonnte sich darin, sich als sogenannter Exportweltmeister der globalisierten Welt zu feiern, ganz als ob sämtliche Wirtschaftsteilnehmer dem exklusiven Club der „Global Player“ angehören würden. Der Heimatmarkt mochte man bei mancher Globalisierungsrhetorik glauben, sei lediglich noch ein Restmarkt für eine überholte „Old Economy“, zumindest solange, bis gewisse „New Economies“ und neue Märkte Krisen auslösten. Und auch gegenwärtig kommt außenwirtschaftlich gewisse Verunsicherung auf. Diese macht auch nicht vor dem Rückgrat unserer Wirtschaft, dem Mittelstand, der nicht weniger auf Exportkurs getrimmt wurde, keineswegs halt, wie das „Konjunkturschlaglicht für den Frühsommer 2018“ des DIHK offenlegte.

Die kleinen und mittelgroßen Industrieunternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten reduzieren ihre Erwartungen an das Exportgeschäft deutlich sowie der Anteil derjenigen Unternehmen, die im weiteren Verlauf des Jahres 2018 bessere Exportgeschäfte erwarten, von 36 Prozent zu Jahresbeginn auf nunmehr 30 Prozent gesunken ist. Dies sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, nur weil es sich vielleicht um bloß um den Mittelstand handelt, denn dessen Bedeutung als Arbeitsplatz- und Ausbildungsgarant ist hinreichend belegt. Darüber hinaus erwarten aber ebenso die großen Industrieunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten Eintrübungen des Auslandsgeschäftes, wenngleich deren Rückgang nicht ganz so deutlich ausfällt. Dass nicht alle Wirtschaftsteilnehmer Exportweltmeister sind, sondern vornehmlich größere Unternehmensstrukturen lässt sich auch an der aktuellen Untersuchung ablesen. Während die mittelständischen Hersteller von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern ihre Erwartungen an das Exportgeschäft gegenüber Jahresbeginn merklich dämpfen, rechnen die großen Investitionsgüterhersteller sogar noch etwas häufiger mit Zuwächsen im Exportgeschäft als zuletzt.

Hohe Exportquoten machen allerdings auch abhängig und schnell verspürt man in Europa den Schnupfen, wenn in Übersee geniest wurde. Die Binnenkonjunktur erweist sich allerdings als besondere Stärke gerade der mittelständischen Unternehmen. Während die großen Unternehmen ihre Erwartungen um per Saldo drei Punkte auf dem Heimat reduzieren, hält der Mittelstand zumindest seine Geschäftserwartungen vom Jahresbeginn. Seine Beschäftigungspläne nimmt der Mittelstand zwar etwas zurück, jedoch nur leicht. Bei den großen Unternehmen nimmt die Dynamik des Stellenaufbaus hingegen deutlich stärker ab. Abermals erweist sich der Mittelstand als Stabilisator auf dem Arbeitsmarkt. Aus dem DIHK-Konjunkturschlaglicht geht auch deutlich hervor, dass die millionenstarke Zuwanderung seit dem Jahr 2015 wohl doch nicht wertvoller als Gold war, wie Sozi Martin Schulz zu meinen glaubte, da 61 Prozent aller mittelständischen Unternehmen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften inzwischen als Geschäftsrisiko angeben. Immerhin so viele wie nie zuvor seit erstmaliger DIHK-Risikomessung im Jahr 2010. Den Mangel an qualifizierten Kräften sieht damit nicht nur der Mittelstand als größtes Geschäftsrisiko, denn unter den großen Unternehmen ist der Anteil mit 53 Prozent ebenfalls hoch und liegt nur zwei Punkte unter dem Rekordwert vom Jahresbeginn. Dabei betrifft der Fachkräftemangel Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Besonders groß sind die Engpässe jedoch in der Baubranche, hier rechnen 82 Prozent der Mittelständler mit Einbußen in Folge des Fachkräftemangels.

Doch nach wie vor ist Deutschland, nicht zuletzt durch die EU viel zu bürokratielastig. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), forderte, dass "entscheidende Weichenstellungen" für den gesamten Mittelstand bei Digitalisierung, Bürokratieabbau und investitionsfördernden Steuerentlastungen erfolgen müssten. "Mit dem geplanten Bürokratieentlastungsgesetz III sollte der Mittelstand endlich in der Breite spürbar entlastet werden", mahnte er. Der DIHK habe hierzu eine Reihe von Vorschlägen vorgelegt. Sie reichten von der Beschleunigung von Baugenehmigungen über Vereinfachungen bei der Mindestlohndokumentation bis hin zur Halbierung der Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahre. In punkto Bürokratie sorge aktuell die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für große Verunsicherung. Der Vorschlag des DIHK: "Bei Abmahnungen wegen DSGVO-Verstößen könnte zum Beispiel die vorübergehende Aussetzung der Kostenerstattung und der Vertragsstrafe Abhilfe schaffen. Besser wäre es aber, das Problem des Abmahnmissbrauchs grundlegend und nicht nur auf die DSGVO begrenzt anzugehen."

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