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14.07.2017

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Deutsche Minderheit der Heimatverbliebenen – Erbe und Auftrag

Ethnokulturelle Identität bedarf wesentlich des Erhalts der Sprache

Sascha A. Roßmüller

Es ist zwar in der bundesrepublikanischen Politik viel von Minderheitenpolitik die Rede, doch handelt es sich dabei nahezu ausschließlich um eine identitätsvergessene Politik, fremdstämmige Minderheiten sukzessive zu Mehrheiten werden zu lassen. Über Minderheitenpolitik im Zusammenhang mit deutschen Minderheiten in deren nicht dem BRD-Territorium zugehörigen angestammten Siedlungsgebieten vernimmt man im Alltag kaum je eine Silbe. Die Bundesmittel, die für den Erhalt und die Förderung der deutschen Kultur unserer Volksgenossen in besagten Gebieten ihre spärliche Anwendung finden, stehen in keinem Verhältnis zu den horrenden Ausgaben, die zur Bewältigung der Flüchtlingskrise für Fremde freigegeben werden. Es ist aber ein Fehler zu glauben, es handelte sich bei den deutschen Minderheiten um eine vergleichsweise nur kleine und somit weniger finanzielles Augenmerk beanspruchende Bevölkerungsgruppe. Trotz gravierender Vertreibungsverbrechen und jahrzehntelanger Repression Deutscher in den dem Staatsgebiet entrissenen Gebieten gibt es nach wie vor nicht allein Heimatvertriebene, sondern auch Heimatverbliebene. Den deutschen Minderheiten in den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gehören heute immerhin noch schätzungsweise rund 1,2 Millionen Volksgenossen an. Die Deutschsprachigen in Nordschleswig, Ostbelgien, Elsass und Lothringen sowie in Südtirol und einiger anderer Länder weisen zudem in etwa die gleiche demografische Stärke auf wie die deutschen Minderheiten im östlichen Europa und Zentralasien.

Die zahlenmäßig größte deutsche Minderheit in Ostmittel- und Osteuropa lebt heute in Polen, gefolgt von Ungarn, Rumänien, der Tschechischen und der Slowakischen Republik. Kleinere Gruppen leben in Kroatien, Serbien und Slowenien. Dabei handelt es sich nicht nur um Landsleute von uns, die besonders stark in ihren Heimatgebieten verwurzelt sind, sondern auch um die letzten Träger eines jahrhundertealten deutschen Kulturerbes in ehemals mehrheitlich von Deutschen bewohnten Gebieten. Und insbesondere in Zeiten, in denen sich zeigt, daß offenbar die osteuropäischen Staaten als einzige die Gefahr der Verdrängung europäischer Kultur durch den selbstzerstörerisch-weltoffenen westlichen Toleranzextremismus zu erkennen scheinen, wäre der richtige Zeitpunkt, ohne in Gegensätze zu geraten, einem Traditionalismus, der in besagten Gebieten das deutsche Element in sich birgt, das nötige politische Gewicht zu verleihen. Allerdings darf diese Aufgabe nicht den etablierten Identitätsverweigerern überlassen werden! Nach dem Ergebnis der als Mikrozensus durchgeführten Volkszählung 2011 gaben in Polen insgesamt 148.000 Personen an, deutsche Volkszugehörige zu sein. Insbesondere ist gerade in Zeiten permanenter Freihandels- und Globalisierungspropaganda die Entwicklung eines regionalen Bewußtseins interessant. Denn zugleich erfolgte eine zunehmende Definition nach regionaler Identität, indem sich etwa 847.000 Personen als Schlesier bezeichneten. Im Kontext von heimatverbliebenen Minderheiten und Selbstbestimmung stellt beispielsweise auch die für ein autonomes Schlesien eintretende Bewegung RAS ein politisch interessantes Phänomen dar. An die reichen Traditionen der schlesischen Autonomie sowohl in der Zeit der Fürstentümer der Piasten, der preußischen Provinzen Schlesien, Nieder- und Oberschlesien, der Region als Teil von Österreich wie auch der Woiwodschaft Schlesien in der Zweiten Polnischen Republik anknüpfend, hat die Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAS) die Region Oberschlesien und die Schlesier als Bevölkerungsgruppe zum Objekt ihrer Politik gemacht. Die Angehörigen der deutschen Minderheit leben hauptsächlich in Oberschlesien, insbesondere in und um Oppeln und Kattowitz, hier vor allem im Kreis Ratibor. Der VdG gibt das auflagenstärkste deutsche Periodikum Polens, das "Schlesische Wochenblatt" heraus.

Angesichts der heutigen Islamisierungsgefahr Europas stünde es Deutschland und ganz Europa auch gut zu Gesicht, sich die Geschichte der Siebenbürger Sachsen vor Augen zu führen. Das reichhaltige kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen im heutigen Rumänien, allen voran die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Kirchenburgen, bezeugt die lange Tradition der deutschen Siedler im Karpatenbecken. In der Neuzeit ließen sich in weiteren Regionen des heutigen Rumänien - Banat, Sathmar, Bukowina, Dobrudscha - Deutsche nieder, zum Teil gerufen von den Habsburgern, um zum Landesausbau nach den verheerenden Türkenkriegen (!) beizutragen. Die im Banat beheimateten Deutschen gehören zu der großen Gruppe der Donauschwaben. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung 2011 leben heute noch etwa 36.900 Angehörige der deutschen Minderheit in der Republik Rumänien. In Ihrer Organisationsform unterscheiden sich die „Rumäniendeutschen“ von den übrigen deutschen Minderheiten in Mittelost- und Osteuropa. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) ist die zentrale Selbstorganisation der Minderheit und gliedert sich in regionale und örtliche Foren und ist in allen Siedlungsgebieten der „Rumäniendeutschen“ vertreten. Das DFDR ist zwar keine politische Partei, wird aber nach dem rumänischen Parteiengesetz so behandelt und hat insbesondere bei Kommunalwahlen, gemessen an der Größe der Minderheit, überdurchschnittlich hohe Erfolge erzielt. Dieses Sonderrecht garantiert dem DFDR auch einen Abgeordnetensitz im rumänischen Parlament. Die "Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien" erscheint sogar als Tageszeitung.

Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 leben heute in der Tschechischen Republik knapp 19.000 Staatsbürger, die sich zur deutschen Minderheit bekennen. Mit 5.500 Mitgliedern ist die Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (LV) mit dem Jugendverband "JUKON" sowie der Mittelstandsförderungsgesellschaft „Bohemia Troppau“ die größte Selbstorganisation der Deutschen. Ihr folgt der Kulturverband der Bürger deutscher Nationalität in der Tschechischen Republik mit etwa 1.600 Mitgliedern. Die Volkszählung aus dem Jahr 2011 erbrachte in der Slowakische Republik 4.690 Angehörige der karpatendeutschen Minderheit. Inoffizielle Schätzungen sprechen von bis zu einer dreifach höheren Anzahl. Höher als die Zahl der bekennenden Deutschen ist die Zahl derjenigen, die Deutsch als Mutter- oder Familiensprache benutzen. Nahezu alle „Slowakeideutschen“ sind Mitglieder im Karpatendeutschen Verein (KDV), der bereits 1990 gegründet wurde. In der Gemeinde Krahule in der Slowakei besitzt Deutsch sogar den Status als zweite Amtssprache, sprich dort können selbst Behördengänge in deutscher Muttersprache erledigt werden. In dem Ort Hopgarten sollen von 900 Einwohnern noch 600 deutsch sprechen.

Bei der Volkszählung 2010 in Russland gaben etwa 42.000 Personen Deutsch als Muttersprache an, deren mediale Kommunikation heute über das Internet und die wöchentlich herausgegebene deutschsprachige "Moskauer Deutsche Zeitung" erfolgt. Die verbliebenen Deutschen in Kasachstan haben sich in der Assoziation der gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans "Wiedergeburt" (AgVDK) zusammengeschlossen, die einige deutsche Kultureinrichtungen betreibt, in Almaty etwa das Deutsche Haus und das Deutsche Theater sowie einen deutschsprachigen Radiosender. Etwa 90.000 fühlen sich laut Umfrage in Ungarn der deutschen Kultur zugehörig und 33.792 gaben an, Deutsch als Muttersprache zu beherrschen. Nach dem offiziellen Ergebnis der ungarischen Volkszählung 2011 bekannten sich sogar 185.696 Bürger zur ungarndeutschen Nationalität. Die „Ungarndeutschen“ leben verstreut im ganzen Land, mit Schwerpunkten in Transdanubien um Fünfkirchen und im Ofener Bergland rund um Budapest. Wichtigstes deutsches Periodikum ist die wöchentlich in Budapest erscheinende "Neue Zeitung". In der Republik Serbien, insbesondere in der autonomen Provinz Vojvodina, leben ca. 3500-4000 serbische Bürger deutscher Volkszugehörigkeit. Die Deutschen in Serbien gehören zur Gruppe der Donauschwaben. Die heutige deutsche Minderheit in Serbien wird von dem Nationalrat der deutschen Minderheit vertreten. Der Bund Deutscher Nordschleswiger ist die Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark. Die deutsche Volksgruppe in Dänemark umfasst heute etwa 15.000 Mitglieder. Und nach Angaben des Amts für Sprache und Kultur im Elsass sprechen auch dort - vor allem im ländlichen Raum - gegenwärtig mit noch etwa 600.000 Menschen fast 35 % den elsässischen Dialekt. Im Zuge der Föderalisierung Belgiens entstand 1984 die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG), die neun Gemeinden mit etwa 77.000 Personen im Osten Belgiens umfaßt. Dem interessierten Zeitgenossen werden bei seiner Recherche noch zahlreiche weitere Erkenntnisgewinne zuteil werden.

Unabhängig vom Tun oder Unterlassen der Bundesregierung kann jeder Patriot persönlich zum Erhalt des kulturellen Erbes in ursprünglich deutschen Siedlungsgebieten beitragen, indem unterstützend genannte Publikationen abonniert werden, jeweiligen Verbänden beigetreten wird und/oder die Urlaubsplanung speziell diese Regionen anvisiert, wenn möglich im Zusammenhang mit nennenswerten kulturellen Veranstaltungen. Je mehr deutscher Tourismus in Regionen deutscher Minderheiten stattfindet, desto größere Bedeutung gewinnt dort die deutsche Sprache. Und der Erhalt der ethnokulturellen Identität steht in engem Zusammenhang mit dem Erhalt der deutschen Sprache. „Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die Sehnsucht danach, und die Entfremdung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am schnellsten und leichtesten, wenn auch am leisesten vor sich“, stellte schon Wilhelm von Humboldt fest. Nicht weniger zutreffend ist auch folgende Erkenntnis dieses großen deutschen Geistes: „Die Sprache ist gleichsam die äußere Erscheinung des Geistes der Völker. Man kann sich beide nicht identisch genug denken.“

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