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01.06.2017

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Dschihad-Sumpf austrocknen und nicht islamistisches Biotop bewässern!

Sascha A. Roßmüller 

Nach dem Anschlag in Manchester werden die westlichen Politiker nicht müde, die Attacken gegen unseren Lebensstil zu beklagen und in Manier von Durchhalteparolen den Sieg der westlichen Lebensweise nach jeder ihrer Niederlagen aufs Neue zu predigen. Zusätzlich mit der Standardrhetorik garniert, uns das anhaltende Zelebrieren unseres gewohnten Alltags geradezu als das Allheilmittel gegen islamistischen Terrorismus schlechthin vorzubeten. Wir sollen uns also - abgesehen von rhetorischen Empörungsgesten unmittelbar nach Anschlägen - weiterhin nur ausreichend unbeeindruckt zeigen, ohne jedoch zu fragen: Was tut das politische Establishment konkret, außer nur das politisch korrekte Phrasenschwein mit Betroffenheitsfloskeln zu füttern? Das Ausmaß dieser Heuchelei des längst europhoben Westens wird umso deutlicher, wenn man sich vor Augen führt, wie dieser so machtversessene wie selbstvergessene Westen in der arabischen Welt exakt diejenigen Kräfte unterstützt, die einer säkularen Lebensweise den Garaus zu machen versuchen. Nicht zuletzt ist festzuhalten, daß den USA die Hauptverantwortung für die Krisen in den Ländern zugeschrieben werden muß, von denen der islamistische Dschihad ausgeht. Irak, Afghanistan, Libyen und Syrien legen davon ein beredtes Zeugnis ab.

Die Entstehung des IS fügt sich in die geopolitische Strategie der USA und ihrer kollaborierenden Vasallenstaaten ein, indem vormals souveräne Staaten, deren Regierungen sich der imperialen US-Hegemonie nicht fügen wollten, bis zum Zusammenbruch destabilisiert werden sollten. Seit Jahrzehnten fördert das mit den USA auf das Engste verbündete saudische Königshaus weltweit eine extremistische Auslegung des Islam und tritt jeglichen Versuchen einer vielfältigen allegorischen Koranauslegung auf das Schärfste entgegen. Aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten finanzierte Söldner tauchen überall dort auf, wo es US-geostrategische Interessen zu verfolgen gibt. Und nachdem der Irak und Libyen zu Fall gebracht wurden und Syrien sich unter Dauerbeschuß befindet, wird bereits das nächste Ziel, der Iran, anvisiert. Der internationale Terrorismus wird jedoch nicht durch den Iran, sondern vielmehr erst durch dessen Destabilisierung durch die USA, Israel und Saudi-Arabien befeuert werden. Die Koalitionshausbesuche des amerikanischen Präsidenten erfolgten aktuell. Das Muster ist hinreichend bekannt. Einem Bericht der New York Times verdanken wir das Wissen, daß der amerikanische Präsident Barack Obama den Auslandsgeheimdienst CIA im Jahr 2013 ermächtigte, in Syrien bewaffnete Rebellen zu unterstützen. Als wesentlicher Partner für das Programm, mit dem Codenamen "Timber Sycamore“, gemäß dem große Mengen an Geld sowie Waffen zur Verfügung gestellt wurden, fungierte Saudi-Arabien

Die Folgen eines Gelingens derartiger Experimente sind in Libyen ersichtlich und haben nicht das Geringste mit der viel beschworenen Freiheit zu tun. Das Ergebnis ist beispielsweise die Abschaffung des vormaligen Rechts auf Freizügigkeit für Frauen aufgrund einer von Libyens Großmufti erlassene Fatwa zeitnah nach dem Sturz von Muamar al Gadaffi. Der Alltag in den von der syrischen Regierung kontrollierten Gebiete unterscheidet sich ebenfalls fundamental von dem, wo die vielfach der Scharia anhängenden Rebellen das Sagen haben. Nach der westlichen Unterstützung für die Verbreitung der Scharia in bereits weitgehend säkularisierten muslimischen Ländern, machten sich die Dschihadisten auf den Weg das „ungläubige“ Europa zu bekehren. Mit dem Satz „Unsere freien und offenen Gesellschaften sind stärker als jeder Terrorismus“ verewigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kondolenzbuch der britischen Botschaft nach dem jüngsten Anschlag in Manchester, obgleich sie sich sich zutreffender dafür entschuldigen hätte sollen, mit ihrer offenen im Sinne von grenzoffenen Gesellschaft der Brandbeschleuniger islamistischen Terrorismus zu sein.

Das Handeln der westlichen Politik steht in eklatantem Widerspruch zu den angeblichen Prinzipien, die uns deren Protagonisten mantrahaft vorbeten. Zudem gelingt es immer weniger, diese an sich schon moralisch verwerfliche Diskrepanz sicherheitspolitisch zu kontrollieren, nachdem der Westen nicht mehr in der Lage ist, sich zu verteidigen. Europa hat vergessen, was es ist und wofür es zu stehen hat. Es ist angesichts seines Identitäts-Suizids geradezu paralysiert und bedarf endlich eines Befreiungsschlages, der auch als angemessene Antwort auf die islamistische Kriegserklärung verstanden werden kann. Es ist im sprichwörtlichsten Sinne notwendig, dem Volk die Frage zur Beantwortung vorzulegen, ob es bereit ist, für abstrakte, zuweilen fragwürdige Meschenrechtsauslegungen und offene Gesellschaftsutopien geopfert zu werden, oder die bekannten sogenannten islamistischen Gefährder ausnahmslos ausgewiesen und/oder erforderlichenfalls dauerhaft hinter Schloß und Riegel wissen möchte. Radikalen Angriffen ist nicht mit gemäßigten Reaktionen zu begegnen. - Wer den dschihadistischen Sumpf austrocknen will, darf jedenfalls nicht das islamische Biotop bewässern!

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