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22.12.2012

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Weihnachten - Julfest - Wintersonnenwende

von Roland Wuttke

In der Nacht zum 22. Dezember ist Wintersonnenwende. Es ist die längste Nacht des Jahres, die Weihe-Nacht. Ab dieser Nacht werden die Tage wieder länger, zunächst unmerklich, dann immer deutlicher und an „Lichtmeß“ (2. Februar) schon eine ganze Stunde.
Die heute folgenden zwölf Nächte (bis zum 2. Januar) sind die Rauhnächte, in der nach alter Sage die Geister der Toten durch das Land streifen. Dies ist ein Hinweis auf das von uns nicht wahrnehmbare Totenreich, mit dem wir uns spirituell zu versöhnen haben. Daher ist es ein schöner Brauch, in diesen Tagen Kerzen auf den Stätten der Toten und Gefallenen zu entzünden.

Dieser Tage hören wir oft die leeren Floskeln von den „besinnlichen Tagen“ und vom „guten Rutsch“. Während die Natur daniederliegt und ruht ist der Mensch dieser Tage längst besinnungslos geworden. Anstatt Konsumverzicht zu üben hat das „Christfest“ einen Kaufrausch entfacht. Auch hier heißt es von der Natur zu lernen. 
Der „gute Rutsch“ ist eine jüdische Floskel. Rutschen heißt ausgleiten und womöglich fallen. Statt dessen sollten wir uns ein aufrechtes Schreiten in das Neue Jahr oder einfach ein „gutes neues Jahr“ wünschen. Dazu kommt, daß der Jahresbeginn zum 1. Januar ein römischer Brauch ist. Obwohl das Neue Jahr, das heute Nacht beginnt, schon zehn Tage alt ist, feiern die meisten Menschen am 31. Dezember nur den römischen Papst Sylvester.

Besinnen wir uns wieder auf die Quellen, die uns Kraft geben. Alles, was uns auszeichnet, haben wir dem Winter zu verdanken. Nur der Jahrtausende währende Kampf um das Überleben in Kälte und Dunkelheit hat die weiße Rasse zu ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten und Leistungen gebracht. In ihr will Gott Mensch werden – „Übermensch“, wie Nietzsche das nannte. Gegen den „Wärmetod des Gefühls“, den genetischen Verfall und das „Abreißen der Tradition“ hilft die Rückbesinnung auf die germanischen Quellen. Werdet euch in den Rauhnächten darüber klar: Es siegt das Licht!

Anbei findet ihr „unsere“ Weihenachtsgeschichte, die Erzählung von „Balders Tod und Wiedergeburt“ von Hans Venatier, in der alle Elemente unserer zyklischen Weltsicht enthalten sind. Zudem findet ihr drei Liedtexte, wie sie ursprünglich waren.
Das nachfolgende Gedicht von Friedrich Wilhelm Weber spricht uns wunderschön vom Anfang, der im scheinbaren Ende liegt:
 

Es wächst viel Brot in der Winternacht
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat.
Und deucht die Welt dir öd' und leer
Und sind die Tage dir rauh und schwer,
Sei still und habe des Wandels acht;
Es wächst viel Brot in der Winternacht.

(Friedrich Wilhelm Weber)


 Balders Tod und Wiedergeburt

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